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Engineering Base und BIM – neue Impulse für die Digitalisierung des Kraftwerkbaus

Anderer Fokus, ähnlicher Ansatz. Bei Engineering Base stehen Funktionalitäten im Fokus, bei BIM die Verortung. Beide stützen sich auf eine zentrale Datenbasis. Wie lassen sie sich optimal kombinieren, um Datensilos bzw. Fehlerquellen zu beseitigen?
 

Die Digitalisierung der Baubranche gestaltet sich im DACH-Raum nach wie vor eher träge, wie u.a. eine deutsche PwC-Studie 2025 aufzeigt. Vielen sehen das Potenzial von Building Information Modeling (BIM) als Beschleuniger, nutzen es aber (noch) nicht (genug). Das gilt auch für den Bau von Kraftwerken.
Als digitaler Prozess bündelt BIM alle projektrelevanten Informationen in einer zentralen Datenbasis und zielt auf die Optimierung von Planung, Bau und Betrieb ab. BIM hat sich fast schon als Synonym für die Digitalisierung im Bauwesen und die damit möglichen Kosteneinsparungen etabliert.

Wie BIM nutzt Engineering Base eine zentrale Datenbasis. Sämtliche Disziplinen sollen nicht mehr sequentiell, sondern parallel kooperieren können. Während BIM den Fokus auf die Verortung von Bauelementen legt, stellt Engineering Base Funktionalitäten von Komponenten im Anlagenbau ins Zentrum.
MetaXD berät u.a. Betreiber von Elektrizitätsinfrastrukturen und bringt Experten mit unterschiedlichen Expertisen (BIM, CAE, Data Analytics usw.) zusammen. Ziel ist, die Digitalisierung der Branche voranzubringen. Gründer Gianluca Genova erläutert, wie die Kopplung von Engineering Base und BIM-Lösungen wie Autodesk Revit den Wandel beschleunigen kann – und woran es noch hakt.

Ihre Ansprechperson

Thomas Ammann

Thomas Ammann

Leiter 
Vertrieb und Marketing

«Durch die Beratung von Infrastrukturbetreibern in der Elektrizitätswirtschaft sehen wir das Potential der Verknüpfung von Elektroengineering- und BIM-Lösungen für den Kraftwerksbau. Um es zu nutzen, braucht es eine zweckmässige Synchronisierung der Daten.»

Gianluca Genova
Gründer und Geschäftsführer, MetaXD


Gefragt: Gemeinsames Verständnis

Bitte beschreiben Sie kurz, was Ihre Firma MetaXD macht. Wie bringen Sie die Digitalisierung der Baubranche, speziell den von Bau von Elektrizitätsinfrastruktur, vorwärts?

Genova: Wir sind ein Team von Digitalisierungs- und Bauexperten, das mittels einer Plattform die richtigen Fachleute für eine breite Palette an Digitalisierungsprojekten zusammenbringt. Die BIM-Fachmodellierung in der Gebäudetechnik oder die Entwicklung von GIS-Schnittstellen sind zwei Beispiele. Abhängig von den Projektanforderungen übernehmen wir Aufgaben direkt oder ziehen Netzwerk-Partner bei. Mit diesem flexiblen Crowdsourcing-Modell begegnen wir dem Fachkräftemangel und Digitalisierungsstau. 


Als AUCOTEC-Partner sind wir naturgemäss an der Verknüpfung von BIM-Lösungen und Engineering Base interessiert. Wo sehen Sie da die grösste Herausforderung?
Genova: Vereinfacht gesagt sprechen die Anwender von Engineering Base, eines CAEs mit Fokus auf Elektroengineering, und die Anwender von BIM-Lösungen wie z.B. Autodesk Revit nicht die gleiche Sprache. Es gilt, die auf Funktionalitäten bezogenen 2D-Daten von Engineering Base mit der BIM-Datenlogik zu «verheiraten». Anders formuliert: Was bedeuten die Engineering Base-Daten wie z.B. Art, Länge usw. eines Kabels für die Darstellung im BIM-Modell – und wie lassen sich die Daten zweckmässig synchronisieren?
 

«In vielen Projekten im Kraftwerksbau läuft der Datenaustausch erst statisch, unidirektional ab. Beispielsweise werden Kabeldaten aus Engineering Base in BIM-Modelle integriert. Das ist ein richtiger, erster Schritt. Ziel ist jedoch, die eingesetzten Systeme bidirektional zu koppeln, um die Effizienz weiter zu steigern.» 

Gianluca Genova
Gründer und Geschäftsführer, MetaXD


Gegeben: Erste Vorteile - aber erst am Anfang

Sie beraten aktuell Betreiber von Elektrizitätsinfrastrukturen, die sowohl Engineering Base als auch Autodesk Revit einsetzen. Sehen Sie bereits erste Vorteile durch die Kopplung einer Elektroengineering- und einer BIM-Lösung?

Genova: Ja, der Nutzen manifestiert sich bereits. Die Daten aus Engineering Base machen das BIM-Modell informativer und somit besser. Um beim vorigen Beispiel zu bleiben, lässt sich anhand von Art, Länge usw. eines Kabels beispielsweise die notwendigen Kabeltrassen abschätzen bzw. darstellen. Das ist sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung, um die Kommunikation zwischen Elektroengineering und BIM-Experten zu verbessern.


Ein Schritt? Heisst das, wir stehen noch immer am Beginn des Prozesses? Oder sind wir bereits etwas weiter? Wo soll die Reise Ihrer Ansicht nach hingehen?
Genova: Das Ziel muss sein, die eingesetzten Programme kontinuierlich und bidirektional zu verknüpfen. So erhalten die damit arbeitenden Abteilungen – oft sind es auch separate Unternehmen – stets relevante Informationen. Um abermals bei unserem Beispiel zu bleiben: Die Daten bezüglich Kabel kommen anfangs via Engineering Base in das BIM-Modell. Wenn es danach zu einer baulichen Änderung (z.B. Kapazitätsausbau) kommt, gelangen die neuen Anforderungen vom BIM-Modell zu Engineering Base, wo funktionale Anpassungen vorgenommen werden können. 
 

«Nicht zuletzt aufgrund des weit verbreiteten ‘OpenBIM’-Ansatzes empfehlen wir, Elektroengineering-Tools wie Engineering Base und BIM-Lösungen wie Autodesk Revit via Middleware zu verbinden. Das macht den kontinuierlichen Datenaustausch für Planung, Bau und Betrieb von Kraftwerken sicherer.» 

Gianluca Genova
Gründer und Geschäftsführer, MetaXD


Gesucht: Zweckmässige, bidirektionale Kopplung

Wie soll sich die technische Umsetzung gestalten? Empfehlen Sie eine direkte Verknüpfung der eingesetzten Systeme?

Genova: Von einer direkten Kopplung rate ich eher ab. Einerseits, weil die Systeme bezüglich relevanter Daten zwar synchronisiert laufen sollen, das aber nicht für alle Daten gilt. Darum empfehlen wir eine Art Middleware, um den Datenaustausch nachvollziehbar und transparent zu halten. Andererseits, verstärkt der u.a. in der Schweiz gängige «OpenBIM»-Ansatz, die Involvierung zahlreicher Akteure mit diversifizierten Software-Lösungen, Datenformaten usw., das Argument für den Einsatz einer «Zwischenebene». Schliesslich soll sich die bidirektionale Verknüpfung über Planung, Bau und Betrieb erstrecken.


Als exklusiver AUCOTEC-Partner in der Schweiz ist ROTRING DATA nahe an der Weiterentwicklung von Engineering Base dran. Als Allianzpartner NTI Group (Autodesk Platinum Partner) verfügen wir auch über umfassende Expertise im Umgang mit BIM-Lösungen wie Autodesk Revit. Diese Bündelung von Kompetenzen bringen wir auch in die Zusammenarbeit mit MetaXD ein, um speziell unsere Kunden in der Elektrizitätswirtschaft bei anstehenden Digitalisierungsvorhaben mit Software-Kompetenz, Schulungen und weiteren Dienstleistungen fundiert zu begleiten.

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